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Konzeption der Schulsozialarbeit an der Marienschule Alsdorf

Die Schulsozialarbeit ist seit einigen Jahren fester Bestandteil des Schulprogramms der Marienschule Alsdorf. Das Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit lässt sich als Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule verstehen und bedeutet inhaltlich eine sehr intensive Kooperation zwischen beiden Professionen.  Sozialpädagogische Fachkräfte sind (bestenfalls) kontinuierlich an Schulen tätig, einem wichtigen und zeitintensiven Lebensraum von Kindern und Jugendlichen. Ihre sozialpädagogischen Kompetenzen sollen im Interesse von Schülern, Eltern und Lehrern eingebracht werden. Dies beinhaltet auf der einen Seite, dass der eigene berufsimmanente Fokus mit den darin implizierten Zielsetzungen und Methoden in die Arbeit an der Schule eingebracht werden. Auf der anderen Seite setzt sie die gleichberechtigte Zusammenarbeit mit den Lehrkräften am gemeinsamen übergeordneten Gesamtziel voraus: nämlich die Verbesserung der Lebens- und Entwicklungsbedingungen der anvertrauten SchülerInnen und den Abbau von Bildungsbenachteiligungen.

Darüber hinaus stellt Schulsozialarbeit eine Verbindung zwischen Schule und Gemeinwesen her. Zum einen schafft sie eine Vermittlung zwischen der pädagogischen Institution Schule und dem örtlichen System der Jugendhilfe (örtliches Jugendamt, freie Träger etc.). Zum anderen fördert sie Beziehungen zu Institutionen wie Vereinen und Verbänden, Betrieben, Kirchen, Arbeitsämtern etc. im Umfeld der Schule. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen trägt die Schulsozialarbeit also zu einer Vernetzung bestehender Angebote und Dienste bei und stellt dadurch eine Ergänzung zu den bestehenden Angeboten und Inhalten des regulären Schulbetriebes dar. (vgl. www.schulsozialarbeit.net)

Das Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit variiert von Schule zu Schule, wobei eine einheitliche Haltung und die Professionalität innerhalb der Angebote und Arbeitsweisen allen Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern gemein ist. Konkretisiert wird das Konzept an der Marienschule jedoch durch die spezifischen beruflichen Profile der Schulsozialarbeiterinnen, ihrer jeweiligen Vertiefungsschwerpunkte.

Rahmenbedingungen

Schulsozialarbeit ist explizit bisher weder in Jugendhilfe- noch in Schulgesetzen verankert. Im Arbeitsfeld soziale Arbeit an Schulen sind Elemente der Jugendsozialarbeit, der Jugendarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes enthalten. Zudem werden die Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Schulsozialarbeit in NRW durch den Runderlass des Kulturministeriums  – BASS 21 – 13 Nr. 6 geregelt. Dieser Erlass verdeutlicht ein umfangreiches und vielseitiges Arbeitsgebiet.

Die Realschule Marienschule ist seit dem Schuljahr 2016/2017 im Jahrgang 5 aufsteigend 3-zügig, sodass in der Schule mittlerweile 450 Schülerinnen und Schüler angemeldet sind.

Seit dem Schuljahr 2019/2020 stehen der Schule zwei Schulsozialarbeiter zur Verfügung. Beide Schulsozialarbeiter verfügen über ein eigenes Büro um eine professionelle Arbeit zu gewährleisten und die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler sicher zu stellen.

Bisher bilden die beiden Schulsozialarbeiterinnen und die Fachkraft multiprofessionelles Team ein Beratungsteam, welches sich einmal wöchentlich zum Sozialteam trifft. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, wichtige Informationen weitergegeben und über die Inhalte der Beratung gesprochen.

Zudem findet einmal wöchentlich das Integrationsteam statt. An diesem Termin treffen sich die Schulleitung, die beiden Schulsozialarbeiterinnen, die Fachkraft multiprofessionelles Team und die Sonderpädagogen. Das Treffen dient dem allgemeinen Austausch und der Besprechung besonderer Fälle.

Grundprinzipien von Schulsozialarbeit an der Marienschule

  • Systemorientierung

SchülerInnen; Eltern und Lehrer werden als Teil ihres Systems bzw. verschiedener Systeme betrachtet. Lösungsansätze basieren auf diesem Grundverständnis. 

  • Niederschwelligkeit

Die Schulsozialarbeiterinnen sind durch Präsenzen in ihrem Büro, im Lehrerzimmer, in offenen Pausen im Erdgeschoss und bei Unterrichtsbegleitungen erreichbar und ansprechbar.

  • Beziehungsarbeit

Beziehungsarbeit ist als Grundlage allen pädagogischen Handelns zu verstehen. Schulsozialarbeit hat die Intention, Beziehungsstrukturen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zu verbessern. Bindungsbeeinträchtigten Schülern bietet sie tragfähige und belastbare Bindungsmöglichkeiten / -erfahrungen.

  • Freiwilligkeit

Schulsozialarbeit basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Nur unter dieser Voraussetzung kann ein erfolgreicher Entwicklungsprozess initiiert werden. Allerdings ist Schulsozialarbeit bemüht, zu weiterführenden Angeboten zu motivieren.

  • Ressourcenorientierung

Schulsozialarbeit an der Marienschule setzt an den Stärken der Zielgruppen an. Potentiale werden eruiert und gefördert. Der Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit ist Grundlage für Erfolgserlebnisse, Erreichung von persönlichen und schulischen (Teil-) Zielen. 

  • Schweigepflicht

Schulsozialarbeit unterliegt der beruflichen Schweigepflicht. Diese muss jedoch in Bezug auf das Kindeswohl und/oder Gefährdung Dritter abgewogen werden, was im Ernstfall die Weitergabe beratungs- und personenbezogener Informationen bedeuten kann. 

  • Neutralität

Die sozialpädagogischen Fachkräfte berücksichtigen die berechtigten Interessen aller Beteiligten. Sie überprüfen regelmäßig ihre neutrale Rolle im Schulsystem und bemühen sich, diese aufrecht zu erhalten. Sie beachten dabei, dass sie trotz Integration in das System Schule den berufseigenen Prinzipien folgen.

  • Integration / Inklusion

Schulsozialarbeit hat die Aufgabe ausgegrenzte und benachteiligte SchülerInnen bei der Integration zu unterstützen und ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl zu vermitteln. Diese Haltung soll Verhaltensweisen wie Mobbing und Delinquenz vorbeugen. Im Ernstfall erfordert sie jedoch auch eine dementsprechende Intervention. 

  • Diversität

In unterschiedlichen Settings der Schulsozialarbeit werden SchülerInnen angeregt, Normalitätsvorstellungen wie z.B. zur sexuellen Identität zu hinterfragen und eigene Lebensentwürfe zu entwickeln. Schulsozialarbeit hat ebenso die Aufgabe diese Prozesse zu begleiten, wie auch Diskriminierungen jeglicher Art entgegenzuwirken und Lösungsansätze zu entwickeln.

  • Geschlechtsspezifische Angebote

Diese Form der Angebote finden aktuell noch nicht an der Marienschule statt, sind aber zukünftig, durch Aufstockung der Schulsozialarbeiterstellen, in Form von Mädchengruppen geplant. Geschlechtsspezifische Gruppenangebote in den Bereichen von Prävention und Freizeitangeboten sind bei bestimmten Themen sehr sinnvoll.  Da aktuell kein männlicher Mitarbeiter zur Verfügung steht, wird die Idee der Kooperation mit außerschulischen Institutionen und/oder Überkreuzangeboten mit Schulsozialarbeitern anderer Schulen verfolgt.

  • Lebensweltorientierung

Schulsozialarbeit hat die Aufgabe, „über den Tellerrand“ von Schule zu schauen. Zur Stärkung individueller Ressourcen werden aktiv Unterstützungssysteme aus dem Lebensumfeld der Betroffenen genutzt, um eine ganzheitliche Entwicklung zu ermöglichen. Dazu gehören die Familien selbst, Freizeit- und Berufsangebote, Kontakte zu Gleichaltrigen, Medienerfahrungen usw.

  • Selbstreflexion

Schulsozialarbeit an der Marienschule sichert die eigene Neutralität durch die Teilnahme an schulintern Teamsitzungen der sozialpädagogischen und sonderpädagogischen Fachkräfte, nimmt aber ebenso an regionalen Arbeitskreisen der Schulsozialarbeit und Planungsgruppen mit Mitarbeitern des Jugendamtes teil. Somit sind eine kontinuierliche Selbstreflexion und Weiterentwicklung der eigenen Arbeit gewährleistet.

 Zielgruppen der Schulsozialarbeit

Spezifische Zielgruppen der Schulsozialarbeiter der Marienschule sind: Schüler und Schülerinnen in problematischen und krisenhaften Lebenssituationen, Eltern und Sorgeberechtigte, das Kollegium und außerschulische Kooperationspartner, wie z.B. Angebots-, Beratungs-, Unterstützungs- und Helfervernetzungen in den örtlichen Strukturen.

 Methoden der Schulsozialarbeit

  • Beratung

Sozialpädagogische Beratung richtet sich gleichermaßen an Schüler, Eltern und Lehrer. Sie nimmt den Einzelnen mit seinen äußeren Belastungen und psychischen Bewältigungsstrategien wahr mit dem Ziel, die Ressourcen des Ratsuchenden für Lösungsansätze zu nutzen. Wir verfolgen dabei einen systemischen Ansatz, geben Impulse, um Bewegung in Prozesse zu bringen und selbstwirksames Handeln zu ermöglichen.

  • Soziale/themenzentrierte Gruppenarbeit

Pädagogische Lernziele wie Empathie, Kooperation, Rücksichtnahme oder Teamfähigkeit können Ziele sein, die in der Einzelfallhilfe festgelegt und auch reflektiert werden können, sie bedürfen zur Erreichung aber eines Gruppensettings, eines gesteuerten und begleiteten Gruppenerlebnisses unter Nutzung von Methoden der Gruppendynamik.

  • Einzelfallhilfe

Einzelfallhilfe setzt am einzelnen Schüler an und ist in der Regel auf einen längeren nicht fest definierten Zeitraum angelegt. Die Beziehungsarbeit bildet die Grundlage, und wir arbeiten ressourcenorientiert.

  • Projektarbeit

Schulsozialarbeit bietet an der Marienschule Unterstützung bei Projekten an, die z.B. der Prävention dienen. Dies gilt zum Beispiel für die Suchtprävention oder für Projekte rund um das Thema Psychische Gesundheit.

 Angebote und Aufgabenfelder der Schulsozialarbeit an der Marienschule

  • Prävention

Die Schulsozialarbeiter arbeiten präventiv um den persönlichen und sozialen Problemlagen von Schülerinnen und Schülern vorzubeugen bzw. diese zu vermeiden.

Präventiv relevante Themen an der Marienschule sind: Sucht, Gewalt, Sozial- und Medienkompetenz, Sexualität, Rassismus, Gesundheit etc.

Zu diesen Themen gestalten die Schulsozialarbeiter durch Vernetzung mit externen Partnern Unterrichtsstunden oder führen diese gemeinsam mit den Lehrkräften durch.

  • Krisenintervention

Eine akute Krisensituation ist beispielsweise: Misshandlung, sexueller Missbrauch, Suizidversuche oder eine schwere bzw. akute Familienkrise. In diesen Situationen kooperieren die Schulsozialarbeiter intensiv mit Fachstellen, wie z.B. dem Jugendamt, entsprechenden Beratungsstellen und suchen nach Möglichkeiten zur Unterstützung.

  • Elternarbeit

Die Inhalte in der Beratung mit den Eltern und Sorgeberechtigten ist umfangreich. Wesentliche Inhalte sind allgemeine Fragen zur Erziehung, Aufklärung über Kinder- und Jugendschutz, Lernschwierigkeiten, Mediation bei Konflikten mit Lehrer/innen sowie Interventionen bei akuten Krisen. Zudem bieten die Schulsozialarbeiter Hilfestellung bei Anträgen, Begleitung zu Behörden oder Fachdiensten. Aufsuchende Arbeit findet in der Form von vereinbarten Hausbesuchen statt.

  • Sozialkompetenz Training

Die Schulsozialarbeiter stellen für Kleingruppen Angebote zur Verbesserung von Kooperation, Kommunikation und Konfliktlösungskompetenzen. 

  • Traumapädagogik

Eine der zwei Schulsozialarbeiterinnen der Marienschule hat eine traumapädagogische Zusatzausbildung. Traumapädagogik kann als Sammelbezeichnung verstanden werden für alle pädagogischen Konzepte zur Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in den unterschiedlichen pädagogischen Arbeitsfeldern. Das Gemeinsame und Grundlegende der traumapädagogischen Konzepte ist die Tatsache, dass durch ein vertieftes Wissen über Traumafolgestörungen ein anderes Verständnis für das Verhalten der Kinder und Jugendlichen entsteht.  Lösungs- und ressourcenorientierte Ansätze zielen auf eine emotionale Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen in einem sicheren institutionellen Rahmen. Übertragen auf die Institution Schule heißt das, diese als sicheren Ort erlebbar zu machen. Die SchülerInnen haben die Möglichkeit, in Einzelsettings im Rahmen einer Psychoedukation ihre Traumafolgestörungen verstehen zu lernen und Formen der Selbstregulation zu erarbeiten. Dieses Wissen wird ebenfalls dem Lehrerkollegium zur Verfügung gestellt.

  • Schulbesuchsüberwachung

Die Schulsozialarbeiter sind in der Marienschule für die Schulbesuchsüberwachung zuständig. Durch die direkte Anbindung an die Schulsozialarbeiter finden schnellstmögliche pädagogische Gespräche mit den Schülern statt, um die Gründe und Lösungsansätze bzgl. des Schulabsentismus zu besprechen.

  • Gremien der Schule

Die Schulsozialarbeiter nehmen an schulinternen Gremien, wie z.B. an Lehrer- und Zeugniskonferenzen, sowie nach Absprache an erzieherischen Ordnungsmaßnahmen teil.

Kontaktaufnahme

Eine Kontaktaufnahme zu eine der beiden Schulsozialarbeiterinnen kann sowohl durch Schüler, Eltern als auch Lehrer persönlich oder telefonisch erfolgen und ist immer freiwillig. Schüler können selbst, über ihre Lehrer oder Eltern Kontakt aufnehmen. Sollten Lehrer die Schulsozialarbeiter auf einen Schüler und einen aus ihrer Sicht bestehenden Beratungsbedarf ansprechen, dürfen diese Schüler entscheiden, ob sie das Angebot annehmen möchten oder nicht. Dasselbe gilt für eine Kontaktaufnahme über die Eltern.  Termine müssen zwar mit Lehrern auf Grund von Unterrichtsversäumnissen abgesprochen werden, nicht aber der Beratungsanlass.

Eltern können aus eigener Initiative Kontakt zur Schulsozialarbeit aufnehmen; manchmal werden sie von den Lehrern beratend an diese vermittelt.

Adresse

Marienschule
Realschule der Stadt Alsdorf

Pestalozzistraße 39, 52477 Alsdorf

Telefon: 02404 955011 Fax: 02404 955013

e-mail: info(at)realschule-marienschule.de 

 

Verkehrsanbindung

  • euregiobahn:  Poststraße
  • ASEAG Linie 11 u. AL4:  Albert-Schweitzer-Straße

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