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Das Projekt „Tschick-Lesetagebücher“ ist eine tolle Sache im Deutschunterricht der Marienschule Klasse 9. Der von dem ehemaligen Titanic-Illustrator Wolfgang Herrndorf verfasste Roman über zwei heranwachsende Jungen, Maik und Tschick, die auf einer Reise durch Ostdeutschland im geklauten Lada ihrem Außenseiterdasein entfliehen, um den Sommer ihres Lebens zu erleben, ist die literarische Sensation der letzten Jahre. „Tschick“ hat einen Stammplatz auf der Spiegel Bestseller Liste.

Gut, das ist „Tschick“. Aber was sind denn jetzt Lesetagebücher? „Da hat man eine Menge Optionen“, sagt Maik Klingenberg, „der Held“ des Roman „Tschick“, den man zunächst mal lesen muss. Es ging aber beileibe nicht nur ums Lesen, um Inhaltsangaben, Charakteristiken der Hauptfiguren und um Analysen einzelner Kapitel, es ging auch um viel Phantasie, um Recherche, um Spaß an der Sache, um einfallsreichen Umgang mit großer Literatur, die zum Leben erweckt werden sollte. Deshalb erstellten die Schüler der 9a Zeichnungen, malten Comics, suchten Bilder aus dem Internet, denn es stellt sich doch die Frage: Wie sieht ein Lada Niva eigentlich aus? Wie würdest du dir Isa von der Müllkippe vorstellen? Wie gefällt dir der Film von Fatih Akin? Wie wohnt Maik in Berlin Hellersdorf? Wo liegt eigentlich die Walachei? Die Musik im Buch, wie hört die sich an? Was essen die Jungs auf der Fahrt…. Und… und… und… Es gab einfach keine gedankliche Schranke für den Umgang mit dem Bestseller aus dem Jahr 2010, denn Themen gibt es genug! Wer ist Maik Klingenberg und was heißt es, auf hohem Niveau verwahrlost zu sein? Wie lebt es sich mit einer alkoholkranken Mutter? Wie kann ein schwuler Aussiedler aus Russland zur Titelfigur eines deutschen Romans werden? Gibt es deutsche Wegwerfkinder, die auf Müllkippen leben? Wie ist es verliebt zu sein und innerhalb von sechs Wochen erwachsen zu werden?

Was dabei für die Schüler herauskam? Sie haben festgestellt: „Tschick“ der Roman von Wolfgang Herrendorf, das ist Coming-of-Age und Road-Movie in einem, es ist Tom Sawyer und Huck Finn in Deutschland, das ist ein ganz besonderes Buch und große Literatur, denn es werden die großen Fragen gestellt:  Was ist dir wichtig? Was ist wichtig im Leben? Was läuft da schief in Deutschland mit den Kindern, den Erwachsenen, der Schule, der Gesellschaft?

Aus all dem haben die Schüler ein Lesetagebuch gemacht und sie haben Antworten gefunden:

 

Auf dem Bild sehen Sie die Lesetagebücher der 9a, die mit viel Kreativität, Mühe und Fleiß erschaffen wurden – bei einigen in Nachtarbeit!

Da die Lesetagebücher Unikate sind, hat die 9a beschlossen sie in die Vitrine im Eingangsbereich der Marienschule auszustellen. Sie sollen ein Ansporn für die jüngeren Schüler sein und zeigen, dass Schule Spaß macht, Lesen spannend ist und Literatur uns was zu sagen, wenn Leser mit Literatur arbeiten.


Kleines Tschick-Alphabet

Andrej Tschiatschow, Adel auf dem Radel, Außenseiter, Asi. Atomkrise 10

Beautyfarm, Beyonce, Berlin, Baumwollunterwäsche, Bert Brecht

Clydermann, Cosics

Deutsche Provinz, Dosen

Eltern, Entzugsklinik

Friedemann, Freundschaft, feige, Flusspferd

Graf Koks, Glück, Geheimnisse, Gewalt

Held, Hanna, Horst Fricke

Isa, Ironie, Irritation

Jugend, Josef

Klingenberg, Klauen, Krankenschwester, Kürbis, kaputte Kaffeemaschine

Lada Niva, Liebe, Langeweile

Mongole, Mädchen von der Müllkippe, Mona, Mike

Norma

Ostdeutschland

Psycho, Pool, Polizei

Querfeldein

Reich, feige, wehrlos, Risi-Pisi, Reise, Russe

Schwul, Spasti,, Schweinehälften, Schriftsteller, Sprachtherapeutin,

Tatjana, Tiefkühlpizza

Unfall

Verfolgungsjagt, Vergänglichkeit, Vodka

Walachei, Wolkow

XY ungelöst

Zeichnung, Zusammenhalt, „Zum Ficken zu blöd“ (Zitat)