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Bürgermeister Sonders in der Marienschule

Am Donnerstag, den 31.10.2019, bekam die Marienschule hohen Besuch. Bürgermeister Sonders bat zum Dialog mit den Schülern der Realschule und schnell kam ein rege Diskussion zustande, denn auch die kleinen und die jugendlichen Bürger Alsdorfs haben klare Vorstellungen, wie Alsdorfs Verkehrskonzept der Zukunft aussehen sollte: Mehr Fahrradwege braucht es in Alsdorf, mehr Plätze, auf denen Kinder Sport treiben und spielen können, mehr Umweltschutz.

Obwohl Bürgermeister Sonders die prekäre Lage Alsdorfs bereits zu Beginn der Diskussion deutlich ansprach, betonte er auch, dass er nichts verspreche, was er nicht halten könne. Alsdorf ist pleite, Alsdorfs Mittel sind sehr begrenzt. Doch die Lage ist nicht aussichtslos und Alsdorfs jüngere Vergangenheit kennt viele positive Beispiele, wie Alsdorf schöner und lebenswerter geworden ist. Der Bürgermeister zählte viele Beispiele auf: das neue Gymnasium, die neue Realschule, neue Sport- und Fußballplätze, das KUBIZ, die Renovierung der Realschule Pestalozzistraße und viele neue Mobilitätsmöglichkeiten wie die Euregiobahn; ein ganz erstaunliche Liste von Dingen, die Alsdorf gut tun.

Zum Abschluss der 90-minütigen Diskussion forderte Bürgermeister Sonders die Schüler auf, aktiv zu werden und gesellschaftliches Engagement im Ehrenamt, in Sportvereinen und in Umweltorganisationen zu zeigen.

Doch die Schüler ließen Herrn Sonders auch nach diesem Appell nicht los. Und so nahm sich der Bürgermeister auch noch Zeit für Fragen und für ein freundliches Gespräch über die Anliegen der 10er Schüler und der SV.

Versehen mit einigen Tafeln  fair gehandelter Schokolade aus der 6c und einem Brief der Klasse von Herrn Funk verließ Herr Bürgermeister Sonders die Marienschule. Die Homepage druckt den Brief noch einmal ab, weil er das Engagement der Schüler der Marienschule beispielhaft zeigt:

 

Alsdorf – Kein Platz für Kinder?

Bullerbü hat es nie gegeben. Dieses idyllische Dorf, in dem sieben Kinder und ihre netten Erwachsenen wohnen, wo das gefährlichste Wesen ein unfreundlicher Ziegenbock ist, wurde vor siebzig Jahren von der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren erfunden.

Dennoch bekommen viele Alsdorfer Eltern bei dem Wort feuchte Augen. Eine „Bullerbü-Kindheit“, also eine naturnahe Kindheit und Jugend ist ganz besonders zurzeit ein Leitbild für das, was Eltern für ein gelingendes Aufwachsen ihrer Kinder halten.

Aus der Perspektive einer Einmeter-20-Person gehört die Stadt Alsdorf den Großen und funktioniert nach deren Prioritäten. Kindheit findet heute zwischen Massen von gestressten Erwachsenen in SUVs, auf E-Rollern und LKWs statt. Das ist nicht idyllisch, das ist lebensgefährlich.

Beispiel Verkehr: Im vergangenen halben Jahr wurden in Deutschland mindestens fünf neunjährige Kindern von LKWs erfasst, allein im Oktober starben ein Mädchen in Leverkusen und ein Junge im Schwarzwald.

Wer sich für Familienpolitik verantwortlich fühlt, sollte wissen, dass es für Eltern eine unerträgliche Belastung ist, wenn sie ihren Nachwuchs im eigenen Umfeld nicht sicher wissen.

Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf will, muss für Straßen und Plätze sorgen, auf die Eltern ihre Kinder beruhigt schicken können. Deshalb haben wir zwei Bitten an Sie, Herr Bürgermeister Sonders.

  1. Bauen Sie Fahrradwege durch Alsdorf, die auch zur Marienschule führen, denn viele von uns kommen mit dem Rad.
  2. Modernisieren Sie den Spielplatz an unserer Schule, damit wir dort Fußball spielen und unsere Freizeit verbringen können.

Im Moment spielen wir dort auf einer Müllhalde und nicht auf einer Wiese oder auf einem Kunstrasenplatz. Damit es nicht so lange dauert, bis Alsdorf eine kinderfreundliche Stadt wird, also ein Ort,  in dem das Leben für alle leichter, freundlicher, sicherer wird, haben wir, die 6c der Marienschule, das Müllproblem an unserem Aktionstag erledigt. Sie brauchen den Bauhof also nicht mehr zu schicken. Auch den Planungsstab der Abteilung Stadtentwicklung braucht sich keine Gedanken mehr zu machen, denn wir haben im Rahmen einer Zukunftswerkstatt einen Sport- und Spielpatz erdacht, der nah an eine bullerbühafte Wohlfühloase herankommt.

Lieber Herr Sonders, wenn Alsdorf eine Stadt voller Energie ist – und daran glauben wir ganz fest – sollte diese Energie für uns Kleine eingesetzt werden, denn wir sind die Zukunft Alsdorfs.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre 6c

PS: Wenn Sie Hilfe brauchen, stehen wir zur Verfügung