Sind 14-jährige Jugendliche so mit sich selbst beschäftigt, dass sie nicht bereit sind sich auf andere Menschen einzulassen? Wir meinen nein. Deswegen führt die Marienschule für die 8.-Klässler ein Sozialpraktikum unter dem Motto Miteinander leben - füreinander da sein durch. Dabei geht es darum, die soziale Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie für den sozialen Bereich zu sensibilisieren und Begegnungen zwischen den Generationen und mit Randgruppen unserer Gesellschaft zu fördern. Gleichzeitig können die 8.-Klässler auch Berufsfelder im sozialen Bereich kennenlernen.

Die Themen soziales Engagement, Begegnung mit Behinderten und alten Menschen werden fächerübergreifend im Religions- und Politikunterricht vorbereitet. Dabei zeigte sich, dass das Interesse für diese Themen und die Erwartungen an das Praktikum sehr groß ist. Aber es werden auch die Ängste und Sorgen der meist 14-jährigen SchülerInnen thematisiert. Es werden Stellen in Seniorenheimen, integrativen Kindertagesstätten, Werkstätten für Behinderte und beim Alsdorfer Tisch angeboten. Jeder kann sich für einen Bereich eintragen, die Zuteilung wird dann von den Klassenlehrern vorgenommen. Die Schülerinen und Schüler müssen sich dann mit den Einrichtungen in Verbindung setzen und telefonisch oder persönlich Vorgespräche führen.

Am Dienstag bzw. Donnerstag vor den Osterferien werden die Schülerinnen und Schüler für einen Tag vom Unterricht freigestellt und besuchen eine Einrichtung unserer Kooperationspartner. 17 Einrichtungen in Alsdorf, Herzogenrath, Eschweiler, Würselen, Aldenhoven und Aachen fanden unsere Idee gut und unterstützten das Projekt im letzten Schuljahr, indem sie die Jugendlichen betreuten. So konnten jeweils 32 Praktikanten der beiden Klassen in den Bereichen Altenpflege (14), integrative Kindertagesstätten (9), Förderschulen (4), Behinderteneinrichtungen (4) und beim Alsdorfer Tisch (2) untergebracht werden. Wir bedanken uns für die große Bereitschaft der Einrichtungen.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler einen Tag lang die Arbeitsabläufe in der Einrichtung kennengelernt haben, müssen sie selbstständig vier Folgetermine im Nachmittagsbereich oder in den Osterferien vereinbaren. Sie verzichten damit ganz bewusst auf einen Teil ihrer Freizeit, um benachteiligten Menschen zu helfen. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse werden in einem Berichtsheft festgehalten und nach den Osterferien aufgearbeitet und der Schulöffentlichkeit präsentiert.