der Beitrag unserer Theatergruppe zu den Schultheatertagen 2012

Am 30. Mai 2012 haben über 200 Jungen und Mädchen aus verschiedenen Schulen das Stück EXIT im Space des Ludwig-Forum ausgesprochen gebannt verfolgt, vom Anfang bis zum Ende. 
Aus guten Gründen!!! 

Was zu Beginn daherkam wie eine lockere, scheinbar unzusammenhängende Collage von einzelnen Szenen, entpuppte sich zum Schluss als gekonntes Gesamtpuzzle, das den Spannungsbogen bis zu guter Letzt aufrechterhalten konnte. 
Auch die Thematik von EXIT mit ihren vielfältigen Anspielungen auf Alltagswelt, Sinnfindung, gesellschaftliche „Aneckpunkte“, eigene Standortbestimmung und mögliche Krisen im Leben der Teenies sowie deren (Schein)-Lösungen scheint irgendwie den Nerv des Auditoriums getroffen zu haben. 
Hier konnte man den Gesichtern im Publikum deutlich anmerken, dass fast jeder auf die ein oder andere Weise mitfühlte, manchmal betroffen, manchmal erstaunt, manchmal einfach nur aufmerksam und still.
Und nun zu den Akteuren: Für eine Premiere hielten sich die kleinen Patzer und Texthänger in Grenzen, und zur Not war ja auch noch Christina als Souffleuse da. Aber was die Siebt- bis Zehntklässler hier an echter Spielfreude abgeliefert haben ist einfach toll. Und einige der jungen SchauspielerInnen zeigen eine schier unglaubliche Bühnenpräsenz – kraftvoll und absolut überzeugend. Das war auch der Grund für so manch verdienten Zwischenapplaus. 
Richtig gut war auch die Inszenierung: zügiger Szenenwechsel, angemessen sparsame Requisite, prima Soundtracks und einige Ideen, die große professionelle Bühnen nicht besser hätten umsetzten können – ich denke hier besonders an die durchgängigen Chat-Szenen, die als anonyme Schattenrisse hinter einer Leinwand präsentiert wurden – ein erstklassiger dramaturgischer Einfall. 
Zum Schluss noch ein richtig dickes Lob für all die unsichtbaren Geister dieser Aufführung. Ich meine natürlich sämtliche Damen und Herren vom Theatertross und von der Licht- und Tontechnik einerseits, aber auch Frau Eischets unermüdliche Krabbelgruppe, die fürs Malen, Basteln, Schleppen und Kulissenschieben zuständig ist.
Alles in allem fand ich diese Aufführung sehr gelungen und die meisten Zuschauer – dem langen Schlussapplaus nach zu urteilen – auch.